Montag, 3. April 2017

Osterinterview, Teil 2

mit Robert S, 6 Jahre

An einem anderen Tag, in einem anderen richtigen Moment
...
I-Beschreib den Osterhasen doch mal..;
R.S- Wieso?
I- Naja, du hast doch gesagt, dass du weißt, dass es den Osterhasen gibt und ich weiß das nicht...Dann weißt du vielleicht ja auch, wie er aussieht...
R.S- Ich hab nicht gesagt, dass ich das weiß, ich hab gesagt, dass ich das mein! Braun.
I-Aha!?
R.S- Der hat braune Haare und Federn. Bunte Federn!
I- Federn? (ungläubig)
R.S- Hmm (bejahend)
I- Und die Ohren, sind die irgendwie länglich?
R.S- Wieso?
I- Naja, Hasen haben doch lange Ohren...

Ein merkwürdiges Fabelwesen halb Hase halb Hahn also;
Offensichtlich hab ich wirklich Glück, ich bin mit meinen zwei Interviewterminen mitten ins themenrelevante Zeitfenster geraten, direkt in die ultimative Umbruchphase..
Wird der Osterhase sich mit letzter Kraft über die Saison retten? und die wahrscheinlich letzte weltumspannende Reise im absoluten Zeitrafferverfahren absolvieren und für Robert S. ein allerletztes Mal alle Kinder auf der Welt mit Ostereiern versorgen???
Es wird höchstwahrscheinlich seine letzte sein...
Fortsetzung folgt....

Donnerstag, 23. März 2017

Das Osterinterview Teil 1.


Robert S. (6 Jahre) geht seit geraumer Zeit zur Schule und übt in seiner Freizeit fleißig Buchstaben. Robert S. befindet sich seinem Alter entsprechend in einer Lebensphase, in der Fantasie und Wirklichkeit vermutlich des Öfteren aufeinanderprallen dürften und ich frage mich, wie lange sich sein teilweise bewundernswert fachspezifisches Wissen, beispielsweise im Punkto Landwirtschaft und Technik, mittelfristig mit der Annahme verträgt, dass es sowohl den Weihnachtsmann als auch den Osterhasen wirklich gibt...
Für Robert S., der sein Wissen um die Welt und die Zusammenhänge bisher teilweise unter anderem eben auch aus Märchenbüchern bezogen hat, scheinen die für mich augenscheinlichen Widersprüche NOCH kein Thema zu sein.

I- Was weißt du über Ostern?
R.S- Dass der Osterhase kommt, dass der Osterhase Eier bringt, dass er sogar manchmal sogar auch ein Lego-Pack bringt!
I- Da sprichst du etwas an, der Osterhase bringt die Eier, die hat er doch aber nicht selbst gelegt oder?
R.S- keine Ahnung
I- Wahrscheinlich nicht. Die meisten Eier die man isst sind z B Hühnereier, Vögel legen Eier, aber nicht nur...
R.S- Es gibt auch Eier, da sind keine Hühner drinnen!
I- Das stimmt, Schildkröten legen z B Eier...
R.S- und Dinosaurier!
Und jetzt?
Schon nach wenigen Sätzen weiß ich nicht weiter. Ich kann ihm doch nicht sagen, dass es den Osterhasen nicht gibt, aber genau in diese Richtung versuche ich das Gespräch gerade zu lenken...
Fortsetzung folgt...


Mittwoch, 12. Oktober 2016

Lägerdogs



Es ist der letze Badetag im Schwimmbad Lägerdorf.
Es sind die letzten 2 Stunden des letzten Badetags der Saison.

Montag, 26. September 2016

Auf Jolle, auf...





Dunkel ists draußen, schwarze Nacht. Ach, wie ich mich fürchte..
Tags wirds gar nie mehr richtig hell und kalt ist es, so kalt
Der grausige Sturm hat gestern das Dach fortgerissen..
Die gute alte Jolle liegt schon halb ersoffen im Schlick


Ach meine Jolle, dich laß ich nicht zurück..
heut Nacht kommt die Flut















Der Sturm ist vergangen und alles, was war..
Jahr um Jahr um Jahr um Jahr







Auf Jolle, heut gehts nach Rungholt..

Aufgewacht, Jolle schlaf nicht länger,
die Sonne lacht,
und alle sind schon da...





Dienstag, 12. Juli 2016

Somewhere on Seaground







Somewhere on Seaground

Seit einiger Zeit beobachte ich mit Interesse und einer Prise Neid den wachsenden fotografischen Unterwasserportrait-Boom verschiedener Fotokollegen. Auch auf Facebook finden sich stetig mehr Verlinkungen zu immer kühneren und fantasievolleren Fotoshootings unter Wasser. Richtig gut gefallen mir die Fotorealisationen von Magrit Dittmann-Soldicic, zu sehen in ihrem Album „ Ispod mora vom 28.7.2015 auf ihrem Blog „stivantango.blogspot.com“.
Warum ich bisher noch keine zündende Idee für ein Unter Wasser Portraitshooting gehabt habe, weiß ich nicht, denn irgendwie reizt mich das Thema schon...

Aktuell befinde ich mich im Urlaub in Kroatien. Nichts deutet an diesem brütend heißen Mittwochnachmittag darauf hin, dass ich mich urplötzlich unmittelbar vor der Bildrealisation einer so lang vor sich hin köchelnden Bildidee befinde, denn eigentlich bin ich gerade dabei, meinen Rucksack für einen Schnorchel-Ausflug zu packen, als mein Blick auf den Kleiderschrank fällt.
Auf dem Kleiderschrank liegen zwei Einwegunterwasserkameras, die mich vorwurfsvoll daran erinnern, dass der Urlaub zur Neige geht, sie aber bisher noch nicht zum Einsatz gekommen waren.
Peng!
Plötzlich stehe ich da mit einer Bildidee  und gleich auch noch mit einer Zusatzidee!
Es ist notwendig, kurz auszuholen;
ich bin, was den schulischen Teil meiner Ausbildung angeht, Fotografin einer eher praxisorientierten Epoche. Oft staune ich über seitenlange Textausführungen unseres derzeitigen fotografischen Nachwuchses, bevor es ans Praktische geht.
Nach dem Motto, nur ein im Vorwege textlich genauestens ausformuliertes, durch ein Scribble exakt veranschaulichtes UND im Anschluss abweichungsfrei umgesetztes Foto, ist ein gutes Foto, werde ich meine frischgebackene Bildidee umsetzten!
Also Bildrealisation nach Schema F. , da kann nix mehr schiefgehen, los geht’s:

1.)   Ideenfindung

Seit einiger Zeit beobachte ich mit Interesse und einer Prise Neid den wachsenden fotografischen Unterwasserportrait-Boom verschiedener Fotokollegen. Auch auf Facebook finden sich stetig mehr Verlinkungen zu immer kühneren und fantasievolleren Fotoshootings Unterwasser. Richtig schön finde ich dem Zusammenhang übrigens die Fotorealisationen von Magrit Dittmann-Soldicic...
Warum ich bisher noch keine zündende Idee für ein cooles Unterwassershooting gehabt habe, weiß ich nicht, denn Lust hab ich schon!
Aktuell befinde ich mich im Urlaub in Kroatien. 
Und nichts deutet an diesem brütend heißen Mittwochnachmittag darauf hin, dass ich mich urplötzlich unmittelbar vor der Bildrealisation einer so lang vor sich hin köchelnden Bildidee befinde.
Ich bin just dabei, meinen Rucksack für einen Schnorchel-Ausflug zu packen, als mein Blick auf den Kleiderschrank fällt.
Auf dem Kleiderschrank liegen zwei Einwegunterwasserkameras, die mich vorwurfsvoll daran erinnern, dass der Urlaub zur Neige geht, sie aber bisher noch nicht zum Einsatz gekommen waren. Zu den  Unterwasserkameras gesellt sich gedanklich der kitschige blaugeblümte Regenschirm, den ich einem urigen, alten Schirmverkäufer letzte Woche auf dem Markt in Rijeka abgekauft habe. Und mir fällt mein schwarzes Baumwollkleid im Koffer ein...
Peng!
Plötzlich stehe ich da mit einer Bildidee für ein cooles, MEGACOOLES Unterwasserbild:

2.) Bildbeschreibung

Eine Frau mit Kleid und Regenschirm schwebt über den Meeresgrund, Tiefe ca. 3 m, Ansicht von hinten, Perspektive leicht von oben, Richtung über Bild-Diagonale rechts nach links.
Meeresboden leicht uneben, ein paar Seegurken und vorbeischwimmende Fische, falls vorhanden,
In der Figur Frau mit Schirm schwingt eine Nuance Mary Poppins, in der Szenerie ein Hauch Melancholie von „Somewhere in Time“.

3.) Titel

Das Bild benötigt dem Zeitgeist entsprechend einen eindrucksvollen und etwas zu dick aufgetragenen Titel,
ich entscheide mich spontan für „Somewhere on Seaground“.


Von unten höre ich Stimmen, es geht gleich los, es fehlt aber noch das Scribble, soviel Zeit muss sein:

4.) Scribble













5.) Realisation

Jetzt aber los, ich greife nach einer der Einwegkameras, schnappe mir das Kleid und den Schirm und los geht’s. Auf dem Weg zur ca. 20 km entfernten, einsam gelegenen Badebucht gelingt es mir, meine Urlaubskumpanen Frau H. und Herrn M. als Model und Assistenten für das Projekt einzuspannen, das klappt ja wie am Schnürchen.
Am Badeplatz angekommen, mache ich mich mit Schnorchel und Taucherbrille sofort an die Erkundung des Terrains. Perfekt, alles sieht genauso aus, wie ich es mir vorgestellt habe, sogar Seegurken und kleine Fischschwärme sind vorhanden.
Vom Wasser aus registriere ich, wie sich Frau H. das Kleid überstreift und sich mein Assistent Herr M. mit dem Regenschirm vertraut macht.
Die Kombi aus Kleid, Schnorchel und Taucherbrille sieht wirklich drollig aus aber auch Herr M. sieht mit Schnorchel, Taucherbrille und Schirm nicht weniger witzig aus.
Ich konzentriere mich aufs Nichtlachen und erläutere meinen beiden Projektteilnehmern über Wasser nochmal genau, wie ich mir das Ganze vorstelle, gemeinsam tauchen wir unter.
Unter Wasser setzt dann allerdings sofort der bereits angebahnte Lachflash ein, die Szenerie sieht urkomisch aus, ich muss kurz pausieren und mich auslachen.
Realitiv schnell entpuppt sich die Umsetzung der Bildidee als höchst anspruchsvoll, denn in meinen Planungen habe ich den hohen Salzgehalt des Wassers nicht berücksichtigt bzw leider komplett ignoriert.
Den Schirm, der sich laut Bildbeschreibung und Scribble oberhalb auf der Schulter ruhend befinden soll, zieht es immer wieder mit aller Macht nach unten. Und Frau H, die elfengleich über den Meeresboden wandeln soll, verabschiedet sich immer wieder nach oben...
Zudem machen Haare und Kleid, was sie wollen und schweben in alle Richtungen. 

















Wieder und wieder kämpft sich Frau H. verbissen nach unten und versucht gleichzeitig Haare und Kleid unter Kontrolle zu kriegen, während der dienstbeflissene Herr M. an immer neuen Strategien der Schirmübergabe feilt.

Aber immer wieder landet der Schirm auf dem Meeresboden und ist nur unter Krafteinsatz wieder nach oben zu befördern, schon nach kürzester Zeit sieht er total zerbeult und nicht mehr wie ein Regenschirm aus.




Also wenn der Schirm nun unbedingt nach unten will und Frau H. heran schwimmt, könnte ich die Aufnahme vielleicht kopfstehend machen, ich unternehme einen letzten Versuch.
Mit meiner Einwegkamera ziehe ich meine Kreise um das zappelnde Durcheinander aus Beinen, Haaren, Kleid und Schirmrest und verabschiede mich fürs Erste von meiner Bildidee.
Ein paar Momentaufnahmen nehme ich als Erinnerung mit, bis mir vom Umkreisen übel wird...